Archiv für November 2008

Dignitas, Dignitate und Exit: Die so genannten Sterbehilfeorganisationen

Mittwoch, 19. November 2008

Einige Fakten als Diskussionsgrundlage:

Ein ärztlich begleiteter Suizid ist in Deutschland nicht erlaubt. Zwar ist Beihilfe zur Selbsttötung nicht strafbar, doch verbietet das ärztliche Berufsrecht deutschen Medizinern einen „assistierten Suizid“ (siehe: „Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung„). Zudem muss jeder, der bei einem Suizidversuch anwesend ist, bei Eintritt der Ohnmacht des Patienten sofort lebensrettende Maßnahmen einleiten. Andernfalls macht er sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar. Ist man sogenannte Person in „Garantenstellung“ (also naher Angehöriger oder Arzt), kann man sogar wegen Totschlags durch Unterlassen bestraft werden, eine deutlich höhere Strafdrohung als bei unterlassener Hilfeleistung. Die Konsequenz: Der „Helfer“ muss den Sterbewilligen verlassen, bevor dieser das tödliche Präparat einnimmt (so agiert auch Roger Kusch)…

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Muster für Patientenverfügungen

Mittwoch, 19. November 2008

Grob geschätzt existieren gut 500 Mustertexte und Empfehlungen zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten. Von staatlichen Stellen, Ärzteverbänden, Selbsthilfegruppen und kirchlichen Organisationen. Wir haben eine Liste von Broschüren und Musterformulierungen für Sie zusammengestellt – natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit…

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Zwischenruf: Was motiviert Roger Kusch?

Dienstag, 18. November 2008

Die Aufregung um den früheren Hamburger Justizsenator Dr. Roger Kusch und seinen „Selbsttötungsapparat“ ist etwas abgeflaut. Der Suizid der 79jährigen Bettina Schardt am 28.6.2008 hatte eine Welle der Empörung ausgelöst (einige der damaligen Berichte: BILD, Spiegel, FAZ). Sein bereits im September 2007 gegründeter Verein „Dr. Roger Kusch Sterbehilfe e.V.“ besteht und arbeitet aber weiter. …

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Umgang mit Patientenverfügung und Vorsorge-Vollmacht (Empfehlung Bundesärztekammer)

Dienstag, 18. November 2008

Ärzte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sind täglich mit der Frage konfrontiert, ob und in welchem Umfang Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen rechtswirksam und verbindlich sind. Die Bundesärztekammer hat hierzu eine Empfehlung herausgegeben: „Empfehlungen der Bundesärztekammer und der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer zum Umgang mit Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung in der ärztlichen Praxis“, veröffentlicht im Deutschen Ärzteblatt vom 30. März 2007 (Heft 13). Hier als PDF-Download: Empfehlungen BÄK zu Patientenverfügung

Gesetzesinitiative Patientenverfügung

Dienstag, 18. November 2008

Die Politik diskutiert seit mehreren Jahren, ob es sinvoll ist, die Verbindlichkeit von Patientenverfügungen gesetzlich zu regeln. Ende 2008 / Anfang 2009 wird der Bundestag nun entscheiden…

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„Sterben in Würde“ (Broschüre Bundesärztekammer)

Montag, 17. November 2008

Die Broschüre „Sterben in Würde“ der Bundesärztekammer (hier als PDF-Download) informiert Patienten und Angehörige über die Möglichkeiten der Palliativmedizin und erläutert die (ablehnende) Haltung der Ärzteschaft zu den Themen aktive Sterbehilfe und assistiertem Suizid. Die Broschüre enthält auch die „Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung“.

Charta für schwerstkranke und sterbende Menschen in Deutschland

Montag, 17. November 2008

Gemeinsame Presseerklärung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e.V., des Deutschen Hospiz-und PalliativVerbands e.V. und der Bundesärztekammer vom 03.09.2008:

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Künstliche Ernährung am Lebensende: Sinnvoll?

Montag, 17. November 2008

In Heimen und Kliniken stellt sich täglich die Frage: PEG-Sonde, ja oder nein? In den meisten Fällen wird diese mit ja beantwortet, die Sonde wird also „erst einmal“ gelegt. Etwa 140.000 pro Jahr. Nicht immer ist das zum Wohl des Patienten. Künstliche Ernährung ist nämlich häufig medizinisch gar nicht sinnvoll (Mediziner sagen „indiziert“), …

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Katholische Kirche verbietet Abschalten lebenserhaltender Apparate

Montag, 17. November 2008

Durch die Möglichkeit der künstlichen Ernährung (Details hier) können komatöse und appalische Patienten Jahre, im Extremfall Jahrzehnte, am Leben gehalten werden. Viele Patienten lehnen dies für sich ab und ordnen in einer Patientenverfügung an, dass sie derartige Maßnahmen nicht wollen. Rechtlich ist eine solche Anordnung prinzipiell bindend (wenn auch im Detail vieles streitig ist, siehe: hier). Wie ist die Haltung der katholischen Kirche zu dieser Frage?

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Literaturhinweise

Sonntag, 16. November 2008

Prof. Dr. Kübler „Selbstbestimmung am Lebensende? Die Patientenverfügung am Lebensende“, in: Zeitschrift für Rechtspolitik (ZRP), Heft 8/2008, S. 236-240

Anmerkung: Eine Übersicht über den Stand der Rechtsprechung zur Verbindlichkeit von Patientenverfügungen sowie zum aktuellen Gesetzgebungsverfahren (Herbst 2008).

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