Archiv für die Kategorie ‘künstliche Ernährung’

Was bedeutet „Wachkoma“ eigentlich?

Samstag, 19. März 2011

Wenn jemand darüber nachdenkt, ob er eine Patientenverfügung erstellen will, ist eines der Krankheitsszenarien, das ihm dabei vor Augen steht das sog. “Wachkoma“ (Mediziner sagen „apallisches Syndrom“). Die Vorstellung, über lange Jahre ohne Bewusstsein auf einer Pflegestation zu liegen und künstlich am Leben gehalten zu werden, erschreckt viele und sie wünschen sich für diesen Fall passive Sterbehilfe. Doch was bedeutet der Begriff “Wachkoma”  eigentlich? Hierzu erschien am 16.3.2011 in der Süddeutschen Zeitung einlesenwerter  Beitrag mit dem Titel “Aufflackerndes Bewusstsein“.

Verwandte Beiträge:

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Rechtsanspruch auf Gift?

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Ein 67-jähriger Witwer klagt (stellvertretend für seine zwischenzeitlich verstorbene Frau) beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg gegen die Bundesrepublik Deutschland. Er will durchsetzen, dass schwerkranke Menschen eine tödliche Dosis eines Medikaments erhalten können, ganz offiziell. Die Entscheidung des EGMR wird für Herbst 2011 erwartet. Die Hintergründe zum Verfahren im Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 24.11.2010: „Begehrtes Gift – Der EGMR urteilt, ob Sterbewillige Patienten einen Anspruch auf tödliche Medikamenten-Dosen haben“ (PDF-Download).

Weitere Informationen zu Sterbehilfe und Beihilfe zur Selbsttötung hier

BGH 2010: „Sterbehilfe ist nicht strafbar“

Dienstag, 29. Juni 2010

Der Bundesgerichtshof hat sich wieder einmal zum Thema Sterbehilfe geäußert. Im Urteil vom 25. Juni 2010 (Az. 2 StR 454/09, voller Urteilstext zum Download hier) musste der BGH entscheiden, ob es strafbar ist, wenn man die künstliche Ernährung eines Komapatienten beendet. Worum ging es genau?  Eine 76jährige Dame lag seit längerer Zeit im Koma. Sie hatte für diesen Fall in einer Patientenverfügung angeordnet, dass sie eine solche Behandlung nicht will.  Ärzte und Pflegepersonal hielten sich aber nicht daran und weigerten sich, diese Patientverfügung umzusetzen. Die Tochter hätte nun die Möglichkeit gehabt, den Willen der Mutter auf einem langwierigen gerichtlichen Weg durchzusetzen und die Ärzte per Gerichtsverfügung dazu zu zwingen, die Behandlung zu stoppen. Sie wählte aber eine andere Vorgehensweise.

Ein Rechtsanwalt hatte der Tochter der Patientin nämlich dazu geraten, den Schlauch der Magensonde einfach durchzuschneiden (Infos zum Thema künstliche Ernährung am Lebensende hier). Das Landgericht Fulda bewertete dies als einen gemeinschaftlich begangenen versuchten Totschlag durch aktives Tun (Versuch deshalb, weil das Pflegepersonal den durchschnittenen Schlauch bemerkte und sofort wieder eine neue PEG-Sonde legte; die Patienten verstarb also nicht daran).

Der BGH hob dieses Urteil auf und stellte klar, dass ein solches Vorgehen kein strafbares Tötungsdelikt ist, wenn es dem Willen der Patientin entspricht, in einer solchen Situation nicht künstlich ernährt zu werden. Der Wille des Patienten ist zu respektieren. Zudem verkannte des Landgericht den Unterschied zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe (Informationen zur juristische Unterscheidung aktiver und passiver Sterbehilfe hier).

Die ausführliche Begründung des Urteils erscheint demnächst und wird dann auf dieser Website veröffentlicht. Hier vorab die Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs:  (…) (mehr …)

„Was heißt hier Sterbehilfe?“ – Vortrag Prof. Dr. Borasio

Sonntag, 04. Januar 2009

Der ausgewiesene Experte für Palliativmedizin, Prof. Dr. med. Gian D. Borasio hält am 21.07.2009 (von 14.00 bis 17.15 Uhr) einen Vortrag für Juristen in München zu „Medizin am Lebensende zwischen Autonomie und Fürsorge“. Die Themen sind: (…)

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Künstliche Ernährung am Lebensende: Sinnvoll?

Montag, 17. November 2008

In Heimen und Kliniken stellt sich täglich die Frage: PEG-Sonde, ja oder nein? In den meisten Fällen wird diese mit ja beantwortet, die Sonde wird also „erst einmal“ gelegt. Etwa 140.000 pro Jahr. Nicht immer ist das zum Wohl des Patienten. Künstliche Ernährung ist nämlich häufig medizinisch gar nicht sinnvoll (Mediziner sagen „indiziert“), …

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Katholische Kirche verbietet Abschalten lebenserhaltender Apparate

Montag, 17. November 2008

Durch die Möglichkeit der künstlichen Ernährung (Details hier) können komatöse und appalische Patienten Jahre, im Extremfall Jahrzehnte, am Leben gehalten werden. Viele Patienten lehnen dies für sich ab und ordnen in einer Patientenverfügung an, dass sie derartige Maßnahmen nicht wollen. Rechtlich ist eine solche Anordnung prinzipiell bindend (wenn auch im Detail vieles streitig ist, siehe: hier). Wie ist die Haltung der katholischen Kirche zu dieser Frage?

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