Archiv für die Kategorie ‘Vorsorgevollmacht’

Was bedeutet „Wachkoma“ eigentlich?

Samstag, 19. März 2011

Wenn jemand darüber nachdenkt, ob er eine Patientenverfügung erstellen will, ist eines der Krankheitsszenarien, das ihm dabei vor Augen steht das sog. “Wachkoma“ (Mediziner sagen „apallisches Syndrom“). Die Vorstellung, über lange Jahre ohne Bewusstsein auf einer Pflegestation zu liegen und künstlich am Leben gehalten zu werden, erschreckt viele und sie wünschen sich für diesen Fall passive Sterbehilfe. Doch was bedeutet der Begriff “Wachkoma”  eigentlich? Hierzu erschien am 16.3.2011 in der Süddeutschen Zeitung einlesenwerter  Beitrag mit dem Titel “Aufflackerndes Bewusstsein“.

Verwandte Beiträge:

Ist eine Patientenverfügung sinnvoll?
“Man ist sich seines Todes nicht mehr sicher”
Gemeinsame Charta zur Behandlung sterbender Menschen
Darf man Patienten verhungern lassen?
Recht der künstlichen Ernährung: Entscheidungsdiagramm Prof. Borasio
BGH-Urteil 2010: Sterbehilfe ist nicht strafbar
Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung aus medizinischer Sicht: Welche Krankheitsszenarien sind wichtig?

Zur Vertiefung: Materialien, Berichte und Dokumentationen

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Hier finden Sie Hintergrundmaterialien und Dokumentationen:

– Charta zur Behandlung sterbender Menschen (2010)
Umfrage zur Sterbehilfe 2005 – Allensbacher Bericht 2005 Nr. 8
– Umfrage zur Sterbehilfe 2008 – Allensbacher Bericht 2008 Nr. 14
– Sonderbrief Deutsche Hospiz Stiftung: HPCV-Studie 2008
– Beschlüsse des 66. Juristentags zu Sterbebegleitung (2006)
„End of life decision making in six European countries“ The Lancet, 17.6.2003
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„Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Seit 2007 analysierten 200 Experten den Status Quo der Palliativmedizin in Deutschland und erarbeiteten gemeinsame Positionen für Handlungsempfehlungen. Das Ergebnis dieses Gemeinschaftsprojekts von Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) und Bundesärztekammer liegt nun vor: Am 17. August 2010 wurde die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“ verabschiedet und am 8. September 2010 in Berlin präsentiert. Weitere Informationen und vollständiger Text der Charta

BGH 2010: „Sterbehilfe ist nicht strafbar“

Dienstag, 29. Juni 2010

Der Bundesgerichtshof hat sich wieder einmal zum Thema Sterbehilfe geäußert. Im Urteil vom 25. Juni 2010 (Az. 2 StR 454/09, voller Urteilstext zum Download hier) musste der BGH entscheiden, ob es strafbar ist, wenn man die künstliche Ernährung eines Komapatienten beendet. Worum ging es genau?  Eine 76jährige Dame lag seit längerer Zeit im Koma. Sie hatte für diesen Fall in einer Patientenverfügung angeordnet, dass sie eine solche Behandlung nicht will.  Ärzte und Pflegepersonal hielten sich aber nicht daran und weigerten sich, diese Patientverfügung umzusetzen. Die Tochter hätte nun die Möglichkeit gehabt, den Willen der Mutter auf einem langwierigen gerichtlichen Weg durchzusetzen und die Ärzte per Gerichtsverfügung dazu zu zwingen, die Behandlung zu stoppen. Sie wählte aber eine andere Vorgehensweise.

Ein Rechtsanwalt hatte der Tochter der Patientin nämlich dazu geraten, den Schlauch der Magensonde einfach durchzuschneiden (Infos zum Thema künstliche Ernährung am Lebensende hier). Das Landgericht Fulda bewertete dies als einen gemeinschaftlich begangenen versuchten Totschlag durch aktives Tun (Versuch deshalb, weil das Pflegepersonal den durchschnittenen Schlauch bemerkte und sofort wieder eine neue PEG-Sonde legte; die Patienten verstarb also nicht daran).

Der BGH hob dieses Urteil auf und stellte klar, dass ein solches Vorgehen kein strafbares Tötungsdelikt ist, wenn es dem Willen der Patientin entspricht, in einer solchen Situation nicht künstlich ernährt zu werden. Der Wille des Patienten ist zu respektieren. Zudem verkannte des Landgericht den Unterschied zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe (Informationen zur juristische Unterscheidung aktiver und passiver Sterbehilfe hier).

Die ausführliche Begründung des Urteils erscheint demnächst und wird dann auf dieser Website veröffentlicht. Hier vorab die Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs:  (…) (mehr …)

Vorträge zu Patientenverfügung: Rechtliche, medizinische und ethische Aspekte

Dienstag, 29. Juni 2010

In der Vortragsreihe „Ethik in Medizin und Pflege“ der Kath. Akademie für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen Regensburg referiert Rechtsanwalt Bernhard Schmeilzl am 8. November 2010 wieder zum Thema „Die rechtliche Gültigkeit einer Patientenverfügung“. Den Bezug zur Praxiswirklichkeit stellt – wie bereits in früheren Veranstaltungen – der Anästhesist, Schmerztherapeut und Notarzt Dr. Michael Pawlik her: Wie gehen Ärzte im klinischen Alltag mit Patientenverfügungen um? Eine weitere Informationsveranstaltung zu diesem Thema findet statt am 23. November 2010 im Krankenhaus St. Josef in Regensburg.

Patientenverfügung: Welche Krankheits-Szenarien sind wichtig?

Montag, 09. März 2009

Der lesenswerte Beitrag „Schwierige Sterbenswörtchen“ (hier als PDF) zeigt am konkreten Beispiel einer 50jährigen Frau, welche praktischen Fragen sich stellen, wenn man eine Patientenverfügung erstellen will. Je nach Erkrankungs-Szenario will der Patient vielleicht ganz unterschiedliche Anordnungen treffen.

Die wichtigsten Szenarien sind: (1) schwerste unumkehrbare Gehirnschädigung mit Dauerbewusstlosigkeit ; (2) Mehrfach-Organversagen, das unumkehrbar zum Tod führt, der aber durch Intensivmedizin noch einige Wochen aufgeschoben werden kann; (3) Wachkoma mit (äußerst geringer) Möglichkeit, wieder aufzuwachen (Details hier). Natürlich ist diese Aufstellung nicht abschließend, zeigt aber, dass eine vernünftige Patientenverfügung ohne ärztliche Beratung kaum möglich ist. Darin müssen die denkbaren Krankheitsszenarien klar angesprochen und beschrieben werden. Weitere Informationen:

Begriffsklärung: Was bedeutet Sterbehilfe? Was ist eine Patientenverfügung?

Muster für Patientenverfügungen (hier)

„Was heißt hier Sterbehilfe?“ – Vortrag Prof. Dr. Borasio

Sonntag, 04. Januar 2009

Der ausgewiesene Experte für Palliativmedizin, Prof. Dr. med. Gian D. Borasio hält am 21.07.2009 (von 14.00 bis 17.15 Uhr) einen Vortrag für Juristen in München zu „Medizin am Lebensende zwischen Autonomie und Fürsorge“. Die Themen sind: (…)

(mehr …)

Muster für Patientenverfügungen

Mittwoch, 19. November 2008

Grob geschätzt existieren gut 500 Mustertexte und Empfehlungen zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten. Von staatlichen Stellen, Ärzteverbänden, Selbsthilfegruppen und kirchlichen Organisationen. Wir haben eine Liste von Broschüren und Musterformulierungen für Sie zusammengestellt – natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit…

(mehr …)