Artikel mit ‘künstliche Ernährung’ getagged

Darf ein Arzt beim Suizid helfen?

Mittwoch, 11. August 2010

Wie soll sich ein Arzt verhalten, wenn sein todkranker Patient den wohl überlegten und ernsthaften Wunsch äußert, sich selbst zu töten? Beihilfe zur Selbsttötung ist in Deutschland zwar straflos, Ärzten aber berufsrechtlich untersagt. Der renommierte Mediziner Gian D. Borasio, Inhaber des Lehrstuhl für Palliativmedizin an der LMU München, nimmt dazu in einem Gastbeitrag der Süddeutschen Zeitung vom 3.8.2010 Stellung. Weitere Informationen finden Sie hier und hier.

Durch den Beschluss der Ärzteschaft auf dem Ärztetag Anfang Juni 2011 in Kiel ist das Thema nun klar geregelt. Nunmehr verstößt Beihilfe zur Selbsttötung durch einen Arzt ausdrücklich gegen das ärztliche Berufsrecht. In der Berufsordnung – dem verbindlichen Standesrecht der Ärzte – heißt es künftig: “Ärztinnen und Ärzte haben Sterbenden unter Wahrung ihrer Würde und unter Achtung ihres Willens beizustehen. Es ist ihnen verboten, Patienten auf deren Verlangen zu töten. Sie dürfen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten.”

Künstliche Ernährung am Lebensende: Sinnvoll?

Montag, 17. November 2008

In Heimen und Kliniken stellt sich täglich die Frage: PEG-Sonde, ja oder nein? In den meisten Fällen wird diese mit ja beantwortet, die Sonde wird also “erst einmal” gelegt. Etwa 140.000 pro Jahr. Nicht immer ist das zum Wohl des Patienten. Künstliche Ernährung ist nämlich häufig medizinisch gar nicht sinnvoll (Mediziner sagen “indiziert”), …

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Aktive und passive Sterbehilfe: Was heißt das eigentlich?

Mittwoch, 12. November 2008

Eine sachliche Diskussion über dieses sensible Thema ist unter anderem schon deshalb schwierig, weil die juristische Bedeutung der Begriffe oft unklar ist sie deshalb häufig falsch verwendet werden. Eine Umfrage der Bundesärztekammer ergab, dass sogar mehr als 50 Prozent der Ärzte sog. “passive” und “aktive” Sterbehilfe verwechseln. Wir definieren deshalb nachfolgend die wichtigsten Begriffe:

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Das Thema wird immer wichtiger. Warum?

Montag, 10. November 2008

Auszug aus dem – sehr empfehlenswerten – Buch “Tanner geht. Sterbehilfe – ein Mann plant seinen Tod” von Wolfgang Prosinger, S. Fischer Verlag 2008 (ISBN 978-3-10-059030-5), Seite 40:

“Dass das Thema in diesen Jahren so sehr in den Vordergrund gerät, hat drei Hauptgründe. Zum einen ist es eine Folge der enormen Zunahme ärztlicher Künste. „Die Fortschritte der Medizin sind ungeheuer”, schrieb der Schriftsteller Hermann Kesten, „man ist sich seines Todes nicht mehr sicher.” In der Tat ist das natürliche Sterben die Ausnahme geworden, es macht mittlerweile höchstens ein Drittel aller Todesfälle aus. Man stirbt nicht mehr einfach an Altersschwäche wie früher, als der Tod das Unvorhersehbare war: Du kennst nicht Tag noch Stunde. Heute scheint das Sterben – wie die Geburt – in die Verfügungsgewalt des Menschen gegeben zu sein. Der Tod als planbares Ereignis, als Option. Deshalb findet er auch selten mehr zu Hause statt, achtzig Prozent der Sterbefälle ereignen sich in Krankenhäusern oder Pflegestationen – obwohl wiederum achtzig Prozent der Menschen angeben, zu Hause sterben zu wollen. Der Tod ist damit weitgehend aus dem Alltagsleben verdrängt worden. [...]

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